Zur Gewährleistung eines sicheren Schiffsverkehrs ist die regelmäßige Unterhaltung von Häfen und Wasserstraßen an den deutschen Küsten von ausschlaggebender Bedeutung. Die natürlich auftretende Sedimentation von Schwebstoffen und Geschiebematerial führt zu Ablagerungen und in der Folge zu Einschränkungen der festgelegten Wassertiefen. Diese Ablagerungen sind regelmäßig zu entfernen. Baggergut fällt darüber hinaus auch beim Ausbau bzw. der Vertiefung von Gewässern sowie, mengenmäßig nachrangig, beim Neubau oder der Sanierung von Gewässern an.

Im Bereich von Nord- und Ostsee werden von den zuständigen Bundes- und Landesverwaltungen im Rahmen der Gewässerunterhaltung jährlich über 40 Mio. m³ gebaggert. In vergleichsweise kleineren Mengen (geschätzte Größenordnung über 5 Mio. m³) fällt Baggergut auch im Binnenbereich an. Der Schwerpunkt der folgenden Ausführungen liegt auf dem Umgang mit Baggergut im Küstenbereich, eine Übertragung auf den Binnenbereich ist dennoch weithin möglich.

Seit über 20 Jahren ist die Schadstoffbelastung von Teilen des Baggerguts bekannt. Ursache dieser Belastung sind zum überwiegenden Teil Einträge im Bereich der Flüsse oberstrom der Seehäfen. Diese Schadstoffbelastung hat zu Einschränkungen im freien Umgang mit Baggergut geführt. Da der weit überwiegende Anteil im marinen Bereich gebaggert wird und hier die Sedimente kaum belastet sind, können über 90% der anfallenden Mengen im Gewässer umgelagert werden.

National und international liegen umfangreiche, gut dokumentierte Kenntnisse und Erfahrungen vor, die beim Umgang mit Baggergut bzw. der Erstellung von Regelwerken berücksichtigt werden sollten.

In einem ersten Schritt hat der Fachausschuss im Jahr 2002

  • Definitionen für wesentliche Begriffe im Umgang mit Baggergut erarbeitet
  • Ausführungen über vorhandene Erfahrungen und rechtliche Bezüge sowie Hinweise auf weiterführende Literatur und Internetseiten zusammengestellt
  • im Zusammenhang mit den Begriffen Empfehlungen erarbeitet

Die folgende Grafik enthält diese Begriffe in einer ungefähren räumlichen Zuordnung zum Gewässer. Naturgemäß kann das Schema nicht alle Besonderheiten berücksichtigen und dient deshalb lediglich der ersten Orientierung.

 

Wichtige Begriffe, die von anderer Stelle übernommen werden, sind in einem Glossar im Anhang aufgeführt (Hinweise im Text als Link z.B. Abfall), dort befinden sich auch ein Abkürzungs- und ein Literaturverzeichnis.

 


Umgang mit Baggergut
Definitionen - Erläuterungen - Empfehlungen
HTG Fachausschuss Baggergut, Dezember 2002 
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Der Fachausschuss hat eigene Berichte erstellt, die hier zur Verfügung gestellt werden.


Verwertung von feinkörnigem Baggergut im Bereich der deutschen Küste
37 Seiten, 08/2006
Mit dem Bericht wird ein Überblick über angewandte Verfahren zur Verwertung im Bereich der deutschen Küste gegeben. Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen und einer Darstellung erforderlicher Behandlungsverfahren werden die einzelnen Verfahren detailliert technisch dargestellt. Der Bericht endet mit Empfehlungen des Fachausschusses.


Abbau von Tributylzinn / TBT in Sedimenten und Baggergut Literaturübersicht, Versuche, praktische Erfahrungen
30 Seiten, 08/2006
Thema dieses Berichtes ist die Abbaubarkeit von Tributylzinn (TBT) in Sedimenten und Baggergut. Der Bericht gibt einen Überblick über die Möglichkeiten des Abbaus von TBT in Sedimenten in situ, ex situ (an Land) oder auch in Baggergeräten. Grundlage sind nationale und internationale Fachveröffentlichungen sowie in Deutschland durchgeführte Untersuchungen.


Sedimentmanagement im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie aus Sicht der Wassertiefenunterhaltung für die Schifffahrt
5 Seiten, 02/2004
Mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie wird die Gewässerpolitik für ganz Europa neu ausgerichtet. In der bisherigen Umsetzung ist nicht erkennbar, dass der Umgang mit Gewässersedimenten ausreichend Berücksichtigung findet. Sei dies die Tatsache, dass mit Baggerungen und der Ablagerung im Gewässer die Morphologie und die Biologie eines Gewässers beeinflusst werden, oder sei dies das gezielte Angehen von Einleitungssanierungen, um noch bestehende Schadstoffbelastungen des Baggergutes zu beenden. Der Fachausschuss hat deshalb ein Papier "Sedimentmanagement im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie aus Sicht der Wassertiefenunterhaltung für die Schifffahrt" erarbeitet, das im April 2004 in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht wurde.

Sediment management in the context of the EU Water Framework Directive from the point of view of water ways maintenance for shipping
Englische Übersetzung des Papiers. 5 Seiten, 02/2004